Donnerstag, 1. Juli 2010

Ad Hominem: Über Stephan Grigats Artikel zum 1. Mai

Guten Tag, Herr Grigat.

Auch wenn sie diesen Beitrag vermutlich nie lesen werden, richte ich ihn der Form nach an sie persönlich. Diese fiktive Adressierung dient allein meinem Spaß an der Sache, zu nichts weiter. Der Gegenstand dieser Kritik ist etwas älter: Ihr Artikel zum 1. Mai im Standard. Da er aber aber keinen besonderen tagespolitischen Anlass außer den jährlichen Tag der Arbeit hat, tut dies meinem Anliegen keinen Abbruch. Ich fand ihren Artikel - um das ohne Umweg klar zu machen - bescheiden. Aber auch symptomatisch für die ganze Politik die sie und ihre Nachplapperer_Innen (genau - die mit den Mützen und den Wimpeln!) betreiben. Zugegeben, absolut konträr stehe ich zu ihrem Beitrag dennoch nicht. Immerhin haben sie ja, und der Schweiß den sie diese intellektuelle Anstrengung gekostet haben mag, hing ihnen wahrscheinlich noch Wochen lang an der Stirne, erkannt dass Arbeit eine ganz schön unangenehme Sache ist. Und dass, wer hätte das gedacht, im Kapitalismus das Verwertungsinteresse und nicht die Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund steht. Aber Abseits von solchen Basisbanalitäten kann ich nicht viel positives an ihrem Geschreibe erkennen. Darum nun der Reihe nach:

Zunächst unterstellen sie "der Arbeiterbewegung" (sie ist ja auch so einheitlich!) einen "Arbeitsfetisch", der darin bestehe, dass diese vermeintlich die Arbeit als eine Art Selbstzweck propagiere. Sie illustrieren dies mit der (recht weitläufig interpretierbaren) Parole "Die Arbeit hoch!", die sie ihr, genau wie den Nazis, zuschreiben. Zumindest ich hatte bisher nicht das Glück diesen Spruch auf einer Demonstration zu vernehmen, weder am 1. Mai noch zu irgend einem anderen Zeitpunkt. Allein das Faktum, dass man, wenn man besagte Parole mit der bekannten Suchmaschine mit "G" sucht, nur 80.000 Treffer findet, wovon die meiste Suchtreffer ausschließlich auf historisches Liedgut, ein "arbeitskritisches" Buch von Erich Ribolits sowie ihr eigenes Geschreibsel und Sätze wie "Wie steckt ihr eure Haare für die Arbeit hoch?" verweisen, während "Arbeit ist Scheiße" das Vierfache Resultat ergibt, erweckt ein wenig den Eindruck, dass sie von einer merkwürdigen Parallelwelt aus publizieren.

Von einer Parallelwelt aus, in der Arbeitnehmer_innen nicht für Arbeitsplätze demonstrieren, weil davon ihr Lohn, und somit ihr zumeist bescheidener Anteil am Wohlstand der Welt abhängt, sondern weil sie Arbeit selbst so toll finden. Wo sie nicht arbeiten, weil sie jeden Tag aufs neue dazu erpresst werden ihre Arbeitskraft zu verkaufen, wenn sie nicht gesellschaftliche Isolation, Armut und behördliche Willkür erdulden wollen, sondern weil sie das ganze an sich für eine Würdevolle Veranstaltung halten. Aus einer Parallelwelt in der der aller Wohlstand (und Luxus!) nicht tatsächlich, sondern nur scheinbar Produkt von Arbeit (im Sinne der Verausgabung der Menschlichen Naturkräfte) ist und wo man den Ganzen Tag "auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen" könnte, wenn man sich nur endlich des lästigen Arbeitsfetisches entledigt hätte. Statt den dem Kapitalismus inhärenten objektiven Zwang zu Konkurrenz und Mehrwertschöpfung und die für ihn konstitutiven Klassenherrschaft und Ausbeutung zu thematisieren, wird von ihnen der Zwang zur (Lohn-)Arbeit als ein rein ideologischer verbrämt und den Ausgebeuteten selbst angelastet. Aber von Klassen, vor allem Subalternen, wollen ja "Ideologiekritiker" wie sie, deren größte Leistung es ist einem radikal-neubürgerlichen Millieu eine neuartige Distiktionsphraseologie zur Hand zu geben, ohnehin möglichst wenig zu tun haben. Marx beschreibt im Übrigen ein Denken, dass ihrem vergleichbar wäre mit den folgenden Worten:

"Ein wackrer Mann bildete sich einmal ein, die Menschen ertränken nur im Wasser, weil sie vom Gedanken der Schwere besessen wären. Schlügen sie sich diese Vorstellung aus dem Kopfe, etwa indem sie dieselbe für eine abergläubige, für eine religiöse Vorstellung erklärten, so seien sie über alle Wassersgefahr erhaben. Sein Leben lang bekämpfte er die Illusion der Schwere, von deren schädlichen Folgen jede Statistik ihm neue und zahlreiche Beweise lieferte. Der wackre Mann war der Typus der neuen deutschen revolutionären Philosophen. " (Die deutsche Ideologie)

Gegen den vermeintlichen Arbeitswahn ihrer Zeitgenossen wollen sie mit dem"Recht auf Faulheit" die Freizeit, die Marx in ihrem Zitat "das Reich der Freiheit nannte", hoch halten. Nicht, dass der Faulheit kein Lob gebühren würde, aber indem sie für die Freizeit agitieren vergessen sie, dass diese Wortbildung im Kapitalismus durchaus analog zum Freigang zu betrachten ist, den man bekanntermaßen im Gefängnis genießt: Als Moment der höchst relativen Freiheit innerhalb eines Zustands der grundsätzlich von Zwang geprägt ist. Nun kommt es aber nicht darauf an, die Arrestzelle gegen die Freigang (wie es ihre ominöse Arbeiterbewegung ihrer Meinung nach tut) oder den Freigang gegen die Arrestzelle (was sie tun) zu mobilisieren, sondern die Ketten zu sprengen und die Mauern des Gefängnisses zu schleifen. Oder nochmal ohne Pathos und zum mitschreiben: Es geht nicht einfach nur um das bloß quantitative Verhältnis von Freizeit und Arbeit, das völlig innerhalb der Logik des Systems bleibt, sondern um die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und die Durchsetzung der Selbstverwaltung, die uns erst erlauben, die Welt entsprechend unserer Bedürfnisse einzurichten. Um Marx, an ihr verkrüppeltes Zitat von dem "Reich der Freiheit" anschließend, erneut zu zitieren:

"Die Freiheit in diesem Gebiet [der in allen Gesellschaften notwendigen Produktion] kann nur darin bestehen, dass der vergesellschaftete Mensch, die assoziierten Produzenten, diesen ihren Stoffwechsel mit der Natur rationell regeln, unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle bringen, statt von ihm als von einer blinden Macht beherrscht zu werden; ihn mit dem geringsten Kraftaufwand und unter den ihrer menschlichen Natur würdigsten und adäquatesten Bedingungen vollziehen." (Das Kapital, dritter Band)

Auch dass sie den immer mal wieder aufflammenden Ärger auf die "Bonzen" und "die da Oben" als bloßen "sozialen Neid" moralisch abwatschen und ausschließlich als die ewige Wiederkehr des antisemitischen Wahns verstehen können, zeigt, dass sie statt Ideologiekritik lieber Ressentiments produzieren. Ideologiekritik zeichnet sich nämlich dadurch aus, dass sie auch den rationalen Bestandteil der Ideologie, die im marxschen Sinne immer eine Verschränkung von Wahrheit und Schein ist, freilegt.Und dieser besteht in diesem Fall in der Feststellung, dass im Kapitalismus die Interessen von Arbeiter_innen und Arbeitgeber_innen auseinander fallen, dass die auf Lohnarbeit angewiesene Bevölkerung in dieser Wirtschaftsordnung gegenüber den Besitzenden chronisch unterprivilegiert ist und sich zum Erhalt ihres Lebensstandards letztendlich gegen die Besitzenden durchsetzen muss. Wenn sich das in einem oftmals unbeholfenen, moralisierenden und personalisierenden Diskurs äußert, dann ist das zwar einerseits ideologiegeladen, andererseits aber auch der Versuch das Treiben der im sozialen Herrschaftsgefüge höher gestellten moralisch zu delegitimieren und so Vorteile in den Verteilungskämpfen zu gewinnen, die für den Erhalt von Lebensstandart und Freizeit der Arbeiter_innen von so zentraler Bedeutung sind. Natürlich bleibt das in der Regel weitgehend innerhalb der Logik des Kapitals. Aber was bleibt ihnen auch anderes übrig? Außer vielleicht einer Revolution, aber der scheinen sie ja nicht gerade das Wort reden zu wollen.

Ein System wie der Kapitalismus ist nichts, was "an sich" existiert, wie irgend ein Ding. Es ist ein Verhältnis, dass durch die tägliche soziale Wirklichkeit, die sozialen Antagonismen und Handlungen konkreter Menschen täglich produziert und reproduziert werden muss. Erst als Muster der Lebenspraxis ergibt sich das Abstraktum, dass wir mit dem Wort Kapitalismus bezeichnen und dem wir aufgrund seiner Regelmäßigkeiten eine Systemhaftigkeit unterstellen können. Elemente bürgerlicher und anderer Ideologie in der Arbeiterbewegung, von der diese sicher zutiefst durchsetzt ist, sind zu kritisieren, egal um was es sich handelt. Von den Arbeiter_innen aber eine ausschließlich abstrakte Gegnerschaft zu einem abstrakten Kapitalismus zu verlangen, der nichts von konkreten Antagonismen wissen will, heißt die Auseinandersetzung auf das windige Reich der Ideen zu verschieben. Erneut ein Hinweis darauf, dass sie gegenüber der von Marx kritisierten "Deutschen Ideologie" nicht ganz unempfindlich zu sein scheinen.

In der Art, wie sie vor dem Neid der irrationalen rohen Massen warnen, erinnern sie, lieber Herr Grigat, allerdings weniger an den revolutionären Philosophen deutschen Typs, den Marx in seiner "Deutschen Ideologie" vor Augen hatte, sondern eher an einen klassischen antikommunistischen Agitator. Nicht ohne ein kleines adornitisches Feigenblatt freilich. Dabei kann man von ihnen noch nicht mal logische Stringenz erwarten, denn das das Anspruchsdenken, dass für das Individuum Wohlstand reklamiert, und sich bei der Verweigerung dieses Wohlstands in Neid umschlägt, dass sie an der einen Stelle selber vertreten, wird nun auf einmal negativ besetzt. Oder sollen die Arbeiter_innen damit zufrieden sein, dass irgendjemand in ihrer Gesellschaft über Wohlstand verfügt? DAS lieber Herr Grigat, wäre eine Verzichtsideologie.

Was hier bei ihnen wieder mitschwingt ist das Konstrukt der "Lustfeindlichkeit" die sie und ihre Kollegen von kritischen Kritikern als verbindendes Moment, von Nazismus, Islamismus und gelegentlich sogar Kommunismus kolportieren. Eine Kritik, für die vermutlich ein Restrückstand Reichsscher Massenpsychologie verantwortlich ist, und die allein schon insofern eine lächerliche Luftnummer ist, als dass sie um auch nur halbwegs aufzugehen überhaupt nur von bestimmten "wirklichen" und "legitimen" Bedürfnissen ausgehen muss, nämlich von den nach Konsum, und Freizeit, und diese somit verdinglicht. Andere Formen von Lust - sie Lustfeind! - kommen bei ihnen garnicht vor: Die Lust an dem Gehorsam, dem Mord, der Askese, dem Aufgehen in Riten und Traditionen, an der Erniedrigung des Schwächeren oder sogar an der der eigenen Person, die Lust des zynischen Herrenmenschen, der sich nimmt, was er sich nehmen kann, und es damit begründet, dass er es kann, wollen sie scheinbar nicht zur Kenntnis nehmen. Dies zeigt deutlich, dass ein derartig plumper Hedonismus für eine emanzipatorische Gesellschaftskritik vollkommen unnütz ist.

Bei antikommunistischer Agitation nie Fehlen darf natürlich nicht die Warnung vor dem Kollektivismus, bzw. dem falschen Kollektivismus. Als hätte Marx nicht das kollektive Moment der kapitalistischen Gesellschaft schon vor langem erkannt und benannt und als hätte nicht Adorno schon den Pseudoindividualismus der bürgerlichen Gesellschaft, in der die Individuen zu "Typen" verflachen, entlarvt. Was Kollektivismus bei ihnen eigentlich genau ist, und was richtiger (oder doch wahrer?) Kollektivismus sein soll, das erfährt man freilich von ihnen nirgends. Ihre Biographie lässt jedoch vermuten, was sie damit meinen: Mit Rechtfertigern von ethnischen Säuberungen und Kulturkreistheoretikern für die präventive Bombardierung des Irans die Trommel zu rühren muss offensichtlich der gute Kollektivismus sein. Falscher Kollektivismus ist es dagegen offenbar mit Gewerkschaften für Mindestlöhne zu Demonstrieren oder wenn Arbeitnehmer_innen moralisch an Kapitalisten appellieren, weil diese ihr Profitinteresse höher halten als die Löhne der Arbeitenden. Guter Kollektivismus ist es hingegen wieder wenn ihr kleiner Politberatungsverein "Drop the Bomb"moralisch an Kapitalisten appelliert, weil diese ihr Profitinteresse höher halten, als die außenpolitischen Interessen Israels. Hierzu, lieber Herr Grigat, erübrigt sich eigentlich jeder Kommentar. Außer: Wenn ihnen mal aus dem antideutschen Spektrum nicht mehr genug Zuhörer beschieden sein sollten, auf dem rassistischen Hetzblog PI hört man sich ihre Reden schon länger gerne an, und in den Kommentaren verbrüdern sich bereits heute ehemalige antideutsche Linke mit den Prodeutschen. Die Brücken sind bereits geschlagen, allzuviele Schritte dürften es nicht mehr sein und ihren "linkskommunistischen" ça ira-Verlag der in Sachen rassistische Darstellung von Muslimen das Portal mittlerweile in den Schatten stellt, können sie gerne mitnehmen. Genau wie die Kollegen von der Bahamas, die sich garnicht mehr einkriegen vor Lobeshymmnen auf die rechtspopulistische Hooliganbewegung der English Defense League.

Besonders lachhaft, finde ich übrigens ihre Unterstellung gegenüber der Arbeiterbewegung: Das was sie motivieren würde, sei nicht die Sorge um den eigenen Wohlstand sondern das Verlangen nach allgemeiner Armut. Hier steigern sie sich meines dafürhaltens nach schlicht ins Wahnhafte. Ich schätze mal, sie sind zu jung um wie so viele ihrer Gesinnungsgenossen im Kommunistischen Bund, oder anderen antisemitischen Prolekultvereinen gewesen zu sein. Das würde ihr Geschwätz immerhin noch als eine Form der Vergangenheitsbewältigung verständlich machen. Komisch finde ich in diesem Kontext auch, dass sie meinen mit dem Slogan "Luxus für Alle" dagegen zu halten. Wie lässt sich Luxus im Bezug auf eine Gesellschaft überhaupt bestimmen, außer durch Exklusivität, also dadurch, dass es sich um Güter handelt, von deren Genuss das Groß der Gesellschaft weitgehend ausgenommen ist? Luxus für alle heißt Luxus für Niemanden. Und gerade deshalb ist die logisch trickreiche Parole "Luxus für alle!" so gut. Ähnliches gilt übrigens auch für "Keine Macht für Niemand". Armut und Reichtum sind weitgehend relationale Begriffe. In einer egalitären Gesellschaft, in der niemand von dem gesellschaftlich Produzierten Wohlstand ausgeschlossen wird, verlieren sie ihre Bedeutung.

Aber eine egalitäre Gesellschaft scheinen sie ja nicht anzustreben, zumindest erweckt ihr Behauptung, dass eine gleichmäßige Verteilung des Elends nicht wünschenswert sei, sondern nur und ausschließlich dessen globale Abschaffung, diesen Eindruck. Denn: Arbeit ist ein Elend egal in welcher Gesellschaft. Mal mehr und mal weniger, aber sie ist und bleibt ihrem Wesen nach doch ein Elend. Und wenn man jetzt das Elend nicht zumindest ansatzweise gleichmäßig auf alle Schultern verteilen will, dann bedeutet dies, dass irgendjemand für jemand anderes Arbeiten muss. Und wie sollte dies zu bewerkstelligen sein, wenn nicht durch Herrschaft, egal ob direkt oder wie im Kapitalismus über den Markt vermittelt? Die einzige Möglichkeit Arbeit als solche abzuschaffen wäre doch über eine beispiellose technische Entwicklung.Wenn sie jedoch ein solches Science-Fiction-Utopia als Voraussetzung für gesellschaftliche Emanzipation setzen, verschieben sie diese bis auf die Ankunft des Messias. Von Lohnarbeit reden sie ja nicht, denn dann müsste man ja darüber reden, warum die enteigneten Massen ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Doch genug davon.

Ganz egal, was man am 1. Mai dieses Jahr getan haben mag, lieber Herr Grigat, ob man demonstrieren war oder nur mit nem Bier auf der Wiese lag, alles muss besser gewesen sein als Kritiksimulation bei ihnen.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

es ist nunmal ein kommentar, in dem die kritik an der proletarischen bewegung und traditionslinken auch nicht ausformuliert werden kann, zudem wird da auch polemik dabei sein.
zum thema "stop the bomb":
"(...) ist es dennoch richtig, wenn man die eliten von kapital- und staatsverwaltung für das elend dieser welt mitverantwortlich macht. (...) aber seine unterschrift unter beschlüsse zu setzen, die im rahmen wertvermittelter gesellschaften den unterschied zwischen leben und tod ausmachen - dazu ist niemand gezwungen und das unterscheidet den gesellschaftskritiker in der regel auch vom funktionär des kapitals und des staates." (grigat 2007, s. 266f) die permanente konkurrenz der kapital evoziert einen systemischen zwang zur akkumulation, aber im zitat genanntes gilt es auch zu bedenken- somit kann die arbeit von "stop the bomb" aus kapitalkritischer perspektive auch nicht kritisiert werden.
was denkst du denn, warum es den arbeitskraftmonaden dann nicht in das bewusstsein kommt, sich die produtkionsmittel anzueignen? meinst du denn, es liege lediglich an der agitation?
und der arbeitsfetisch, der ist nunmal wirklich vorhanden, siehe allein die diskussion um die kommentare von westerwelle in der letzten zeit und was da für ein begriff von gerechtigkeit verhandelt wurde...

Pixel Utopia hat gesagt…

Das klingt ja garnicht so dumm, was du zitierst. Dennoch: Auch bei einer Polemik muss sich der Kritiker gefallen lassen, dass er zumindest halbwegs beim Wort genommen wird.

"was denkst du denn, warum es den arbeitskraftmonaden dann nicht in das bewusstsein kommt, sich die produtkionsmittel anzueignen? meinst du denn, es liege lediglich an der agitation?"

Das ist eime komplexe frage. Ich denke, dass das an vielen Aspekten liegt: an der Haegemonie bürgerlicher Ideologie, die in allen sozialisierungsinstanzen vermittelt wird, an dem historischen Versagen der Sozialdemokratie die zum Integrationsprojekt in die Nation verkommen ist, dem Verlust jeder Klassenautonomie und der entpolitisierung der Gewerkschaftsbewegung zum Beispiel.

arashikensh0 hat gesagt…
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